Eine neue Alternative zu ownCloud ist quasi ownCloud selber. Was? Ja, wirklich. Denn Nextcloud ist ein direkter Ableger von ownCloud, will jedoch vieles besser machen.

Nextcloud als Ableger von ownCloud

Owncloud Logo

Einige alte ownCloud Entwickler haben sich zusammengeschlossen und wollen ownCloud unter neuem Namen, Nextcloud, weiter entwicklen. Unter ihnen ist Frank Karlitschek, der sich erst kürzlich von ownCloud getrennt hat. Nur wenig später dann die Ankündigung über Nextcloud, einem ownCloud Ableger, der sich mehr an der Community orientieren will. Wie genau die Software demnächst aussehen wird, ist noch unklar, jedoch sollten die Entwickler nicht all zu viel geändert haben. Man wird sich wahrscheinlich von der ownCloud Infrastruktur abgekapselt und das Banding angepasst haben.
Die erste Version von Nextcloud soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Kritik an Ownloud

Ich selber habe bereits über die Probleme mit ownCloud geschrieben und weiß, dass viele Benutzer ähnliche Probleme haben. Ganz besonders Updates sind mit Vorsicht zu genießen, da hier nach wie vor viel schief gehen kann. Mein Post im ownCloud Forum wurde mit der Bemerkung abgewiesen, die Probleme lägen ausschließlich an meinem verwendeten System und ich solle im Wiki nachlesen, wie die Probleme gelöst werden können. Nur steht im Wiki dann, dass ich im Forum nach Hilfe fragen soll.
Allgemein habe ich bei ownCloud immer mehr das Gefühl gehabt, dass man dort stets auf die zahlenden Kunden gehört und sogar zugunsten derer entschieden hat. So wurde zuletzt mit ownCloud 9 auf Skalierbarkeit gelegt, die Vernetzung von mehreren Instanzen und bessere Benutzerverwaltung – definitiv keine Features, die 90% der privaten Nutzer benötigen.
So kam bei mir immer das Gefühl auf, dass ich als kleiner, nicht-zahlender Nutzer nur notdürftig geduldet wurde. Die Software wird eigentlich für große Unternehmen entwickelt und man bekommt sie nur aus Kulanz und Gutmütigkeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Was Nextcloud besser machen will

Das Team von Nextcloud hat sehr genaue Vorstellungen davon, was die Software besser machen soll als ownCloud und weshalb sie die bessere Software für die private Cloud ist. Größter Punkt ist, dass die Entwicklung weitaus transparenter und auf die Community fokussiert gestaltet werden soll. Der Fokus liegt allgemein darauf, dem Nutzer die nötige Kontrolle über seine Daten zu geben. Als neue Features wurden Spreed.ME, eine Videokonferenz-Lösung sowie uneingeschränkte Funktion von Kalender und Kontakten genannt.

Ein großer Pluspunkt: die Software hinter Nextcloud einschließlich Update Servern soll ebenfalls veröffentlicht werden. Als Begründung wurde genannt, dass ein prominentes Problem mit den Update Servern erst zwei Jahre nach Bekanntwerden gelöst wurden konnte. Steht die Software der Update Server nun der Community zur Verfügung, können Probleme weitaus schneller behoben werden.
Der Updater soll ebenfalls angepasst werden. Er soll nun auch auf Hardware mit geringer Leistung genutzt werden, da viele Nutzer mit Shared Webspace Probleme mit Updates hatten.

Ich werde Nextcloud nach dem Release auf alle Fälle ausprobieren. Die Migration von ownCloud soll laut Nextcloud ohne Probleme möglich sein. Ich bin gespannt.